Spieglein, Spieglein…

Glasklares Bild

Ein Spiegel ist schon eine gute Erfindung. Zumindest meine ich, dass die Mehrheit mir dabei zustimmt. Mein Spiegel hilft mir morgens, dass ich mir in die Augen sehen und mir zulächeln kann, aber auch um mich „tageslichttauglich“ zu machen. Mein Spiegel zeigt mir schamlos und ohne dicke, rosa Zuckerglasur wie ich gerade aussehe. Er blendet keine Rötungen im Gesicht oder Fettpölsterchen an meinem Körper aus. Er ist immer neutral – eigentlich fein, denn auf ihn kann ich mich verlassen. Durch ihn weiss ich genau, wie ich an mir arbeiten kann, wenn ich gepflegter, sportlicher, … aussehen möchte. Ein Spiegel unterstützt uns also tagtäglich und wir sind dankbar für ihn (vor allem in für uns wichtigen Situationen, wie zum Beispiel der Blick in den Spiegel im Aufzug, kurz bevor wir einen wichtigen Termin haben oder unser Spiegelbild in einer Glasscheibe bevor wir einen atemberaubenden Menschen treffen, dem wir gefallen wollen).

Ein Ich wird am Du

Kannst du dir vorstellen, dass das Leben es gut mit uns meint und uns lange bevor der Spiegel erfunden wurde, bereits etwas „installiert“ hat, dass wir stets wissen, wie es in uns aussieht? Kurzer Sidestep: Dem Leben sind die inneren Werte wichtiger als die äußeren, denn wir strahlen von innen heraus. Deshalb ist das einzige, wichtige Ziel hier auf Erden, unsere Seele weiter zu entwickeln. Das heißt brutal und direkt gesagt – so wie es ein Spiegel tun würde – nützt es nichts, teures Augenmake-up aufzutragen, wenn die Augen selbst nicht strahlen, weil unsere traurige Seele darin hervorschaut.

Wir dürfen also Zeit unseres Lebens an unserem „Ich“ arbeiten und dazu braucht es ein „Du“!

Zurück zu der tollen Installation des Lebens, und diese heißt „Menschen“. Wir Menschen sind uns gegenseitig ein Spiegel – jeden einzelnen Tag. Durch unser Energiefeld (feinstofflicher Körper), das unseren physischen Körper (grobstofflicher Körper) umgibt, ziehen wir genau jene Menschen an, die auf derselben Energie-Frequenz schwingen. Gleiches zieht Gleiches an. Das klingt für jene, die  sich nicht mit diesem Thema beschäftigen, sehr „irrsinnig“, doch bitte lass dich darauf ein. Wenn du nämlich jetzt Widerstand in dir wahrnimmst, dann weißt du, dass du hier ein Lernfeld hast. Widerstand in uns will uns etwas sagen. Also mach den Schritt aus deiner Komfortzone und lass  die Gedanken, die jetzt in dir aufkommen à la „vollkommener Schwachsinn“ links liegen. Wir wollen uns ja weiterentwickeln und offen sein für Neues!

Wir ziehen nun jene Menschen an, die salopp gesagt, gleich drauf sind wie wir und wir erleben verschiedene Situationen. Eine Autofahrerin, die dich beim Fahrspurwechsel nicht rein lässt, obwohl du den Blinker rechtzeitig betätigt hast oder ein genervter Kellner im Restaurant, der dir nicht wirklich zuhört, was du gerne möchtest, oder dein/e Lebenspartner/in, die/der nicht einfühlsam ist, … jede Situation mit Menschen sagt uns etwas über unsere momentane Verfassung aus. Doch was machen die meisten von uns? Richtig, wir ärgern uns und schieben es auf den/die Andere/n. Und noch mehr, wir teilen dann vielleicht noch Ratschläge dazu aus, wie der/die Andere sich „bessern“ könnte.

An dieser Stelle möchte ich dir eine fundamentale Frage stellen: Wenn du in den Spiegel schaust und siehst, dass deine Augenbrauen gezupft gehören oder dein Bart rasiert, was machst du? Genau, du fängst an, dich zu rasieren oder deine Augenbrauen zu zupfen. Niemand ist noch auf die Idee gekommen, das Spiegelbild zu rasieren oder zu zupfen! Aber warum um alles in der Welt sagen wir anderen Menschen, sie sollen sich ändern, wenn sie doch nur unser Spiegel sind? Warum arbeiten wir nicht an uns, wenn uns andere etwas spiegeln?

Unsere Spiegeln sind unser größtes Geschenk

Wir haben das große Glück, dass uns sowohl Spiegeln für unser Äußeres als auch für unser Inneres zur Verügung stehen. Und beide sollten wir nutzen um ein zufriedenes Leben zu führen. Wichtig ist immer die Balance dabei, so dass es stimmig für uns ist.

Wenn du also Situationen erlebst, die dich ärgern, dann halte Inne, bevor du deinem Gegenüber dazu etwas sagst. Emotionalisiert dich eine Person, ist das wertvoll für dich wie ein Geschenk und dafür solltest du dich im Stillen bedanken. Auch wenn es dich im ersten Moment verärgert oder sich gar nicht gut anfühlt, denn nur so stellest du fest, dass du nicht in Balance bist. Danach frage dich, was diese Situation mit dir zu tun hat. Wenn ich also das Beispiel mit der Autofahrerin hernehme, die mich nicht einordnen lässt, dann kann ich mich fragen: Simpel aber doch wesentlich: Lasse ich andere im Straßenverkehr vor mir einordnen? Aber es geht auch tiefgründiger: Wo in meinem Leben lasse ich andere Personen nicht zu? Wo lasse ich mich selbst nicht zu? Wo gebe ich anderen keine Chance oder Raum? Wo gebe ich mir selbst keine Chance oder Raum?

Auf diese Weise kannst du in jeder Situation agieren. Das bringt dir die Möglichkeit in deine Balance zu kommen und dich zu hinterfragen. Es ist wirklich einfach, wenn du es erstmal verstanden hast und auch das enorme Potenzial für dich darin schätzen kannst. Es ist unser Werkzeug im Erleben eines Miteinander.

Und natürlich kannst du dieses Wissen auch umgekehrt anwenden: Wenn dich jemand kritisiert und an dir herumnörgelt weißt du jetzt genau, dass dieser Jemand gerade dich als Spiegel nicht sieht und akzeptiert. Zur Erhaltung deines Wohlgefühls hast du nun die Möglichkeit dich bei solchen „Ausbrüchen“ nicht mehr angesprochen zu fühlen und dich abzugrenzen. Ist das nicht befreiend?

Wir können nur in der Gemeinschaft lernen und uns weiterentwickeln. Jeder, der uns begegnet, gibt uns eine Chance, etwas in uns zu erkennen und damit in Frieden mit uns zu kommen.

Ich wünsche dir eine erkenntnisreiche Zeit an jedem einzelnen Tag und wenn du einmal Hilfe beim Übersetzen der Situationen benötigst, was das mit dir zu tun hat, dann kontaktier mich einfach.

Panta rhei!

Deine Susanne

 

Text: Susanne Hummer, Bild: iStock

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