Arbeit in Südafrika

Nikeah

ist ein elfjähriges Mädchen aus Kapstadt, dessen Mutter von einem Tag auf den nächsten nach Johannesburg ging. Nikeah lebt seither bei ihrem Großvater und dessen Lebensgefährtin. Doch diese kann Nikeah nicht wirklich leiden – sie schimpft mit ihr und ohrfeigt sie, manchmal bekommt sie kein Essen. Liebe, Geborgenheit und Umarmung? – Fehlanzeige!

Ich habe Nikeah bei einem Anti-Bullying Vortrag in der Schule kennengelernt, wo sie die Chance ergriff und mir in einem Einzelgespräch ihre Geschichte unter Tränen erzählte.

 

Amber

ein zwölfjähriges Mädchen – sie schlüpft für ihre beiden jüngeren Schwestern Tag für Tag in die Mutterrolle, weil ihre Mutter stark drogenabhängig ist und ihnen keine Fürsorge schenkt.

Wie Nikeah und Amber – oder auch schlimmer – ergeht es vielen Kindern jeden Alters in Kapstadt. Diese Kinder haben niemanden, der sie schützt, da sich der „Feind“ in den eigenen Reihen befindet. In vielen (Patchwork-)Familien schauen Partner weg, wenn ihr eigenes Kind vernachlässigt oder misshandelt wird, um nicht den Partner zu verlieren – meistens aus finanziellen Gründen.

Doch nicht nur Kinder, sondern auch Frauen, die misshandelt oder vergewaltigt wurden, oder deren Kinder getötet wurden, brauchen Hilfe, Schutz und Halt.

 

Dews of Quietness

gegründet 2012, ist eine Non-Profit Organisation in Kapstadt (Steenberg), die sich um Frauen und Kinder in Krisensituationen kümmert. Gemeinsam mit Moriedah Dien, der Geschäftsführerin von Dews of Quietness, möchte ich das Leben dieser Menschen ein Stück bereichern.

Im Jänner 2015 starteten wir eine Frauengruppe, welche jeden Mittwoch stattfindet und seither wächst. Der Inhalt der Treffen ist vielseitig und zielt darauf ab, den meist gebrochenen Selbstwert wieder zu stärken. Themen sind zum Beispiel Ernährung, Schwangerschaft (vor allem über fetal alcohol spectrum disorder, FASD, und die Konsequenzen), Gewaltfreie Kommunikation, Trauer und ihre Phasen, Positives Denken, Gesundheit und Hygiene, … Aber es werden auch Ausflüge, Beauty-Sessions oder Make-over veranstaltet und PC-Kurse oder Fahrstunden organisiert.

In den öffentlichen Schulen der Umgebung halten wir auf Wunsch kurze, altersbezogene Vorträge über Themen wie Anti-Bullying aber auch über soziale Kompetenz. Manchmal werden wir gerufen, wenn einzelne Kinder verhaltensauffällig sind. Mit diesen versuchen wir dann in Einzelgesprächen mehr über ihre Gedanken und Gefühle zu erfahren und zu helfen.

Die Kompetenz, Hindernisse im Leben zu bewältigen und über sich selbst Bescheid zu wissen, halte ich für ausgesprochen wichtig. Deshalb sind wir dabei, mit Schulen in Kontakt zu treten um diese Kompetenz als fixen Bestandteil im Lehrplan zu etablieren.

 

Kapstadt, eine Heimat für mich

Schritt für Schritt habe ich mich in die fremde Kultur und in die Herzen der Menschen eingefügt und erhalte dafür das größte Geschenk: Vertrauen und Freundschaft. Nichts hat mir das mehr gezeigt als ich beim Abschied meines ersten Aufenthalts von Yasmeen, einer Frau aus unserer Frauengruppe, wunderschöne Ohrringe und eine Kette geschenkt bekam, die sie von ihrem letzten Geld kaufte.


„Meine Zeit, das ist mein Leben. Wem ich eine Stunde meiner Zeit gebe, dem schenke ich ein Stück von meinem Leben.“

Minna Cauer

Susanne_Hummer_Dews of Quietness
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